„Es ging alles ganz schnell, und es kamen immer mehr von denen.“ Die schnell eingreifende Putztruppe hatte tatsächlich nicht lang gefackelt. Mit großen Mülltüten, Schürzen und Kitteln, Handschuhen und Kopftüchern ausgestattet kamen die 20 Reinigungskräfte aus den Toilettenräumen direkt zum Messebereich der Bundeswehr herüber und haben den ganzen Hochglanz-Bundeswehr-Werbemist einfach komplett eingesackt.

So beginnt der Bericht einer Gruppe von Kölner AntimilitaristInnen über ihre Aktion auf der Abiturientenmesse „Einstieg Abi“ in Köln. Geeignet für eine solche Aktion sind vor allem Messestände und der Karrieretreff Bundeswehr. Aber auch bei Events und Musikveranstaltungen sind oft Infostände vertreten.

Die richtige Ausstattung gibt es wahrscheinlich in jedem Haushalt. Wenn ihr alte Schürzen oder Kittel habt, könnt ihr diese auch mit „Antimilitaristisches Putzteam“ oder „Bundeswehr wegputzen“ beschriften, um die Aussage der Aktion nach Außen deutlich zu machen. Dafür könnt ihr auch Einwegoveralls aus dem Baumarkt benutzen (das sind die dünnen weißen Ganzkörperanzüge, die man auch öfter als einmal benutzen kann).

Handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der euch der Zugang verwehrt werden könnte, ist es wichtig, erst einmal unbemerkt auf das Gelände, bzw. in die Räume zu kommen. Im antimilitaristischen Clownskostüm ist wahrscheinlich spätestens beim Sicherheitsdienst Schluss.

Auf dem Gelände oder in den Räumlichkeiten angelangt, bieten Toiletten natürlich einen guten Raum für die Verwandlungen in eine Putzkolonne.

Müll entsorgen und Stand säubern

Ob ihr versucht den Bundeswehrstand nur symbolisch zu säubern, oder tatsächlich den Propagandamüll entfernt und entsorgt, müsst ihr selbst entscheiden. Zunächst ist das meiste Material ja dazu da, mitgenommen zu werden. Wenn euch das verboten wird, ihr aber trotzdem weitermacht, könnte es sein, dass eure Putzaktion als Diebstahl empfunden wird.

Wenn ihr den Stand nur entstaubt, werdet ihr vielleicht rausgeschmissen, aber habt – wenn überhaupt – den Hausfrieden gebrochen (welche Ironie…). Das kann auch davon abhängig sein, ob ihr körperlichen Widerstand leistet.

Wichtig ist, nach Außen auch bei Konflikten deutlich zu machen, worum es euch geht: Ihr wollt keine Konfrontation, sondern den Propagandamüll entsorgen.

Während einer solchen Aktion empfiehlt es sich natürlich, Flyer an die verdutzten Zuschauer zu verteilen und diese über den Sinn der Aktion aufzuklären. Wenn bei der Aktion die lokale Presse nicht anwesend ist, ist es wichtig ihr nach der Aktion eine Pressemitteilung (nach Möglichkeit mit Fotos) zu schicken.

Das Zitat am Anfang und die Idee stammen hier her: http://de.indymedia.org/2009/02/242167.shtml