Studien- und Berufsmessen: Wo sie auch stattfinden, meistens treibt auch die Bundeswehr dort ihr Unwesen. Bei vielen Aktionsformen machen AktivistInnen sehr bald Bekanntschaft mit dem Sicherheitsdienst, der bei solchen Messen oft anwesend ist.
Eigentlich nicht weiter schlimm, doch nicht immer besteht die Lust auf solche Zusammentreffen. Und nicht immer sind die Plätze vor dem Gelände für Aktionen geeignet. Daher der Tipp: Verteilt doch eure Flyer einfach “undercover”.

Bei einer Ausbildungsmesse im westfälischen Münster suchten zwei Angestellte des Sicherheitsdienstes und mehrere FeldjägerInnen (die deutsche Militärpolizei) etwa eine halbe Stunde nach den AktivistInnen, die nicht nur unauffällig, sondern auch betont “seriös” in Hemden und Jacketts gekleidet, Flyer verteilten. Die Flyer wurden von den meisten BesucherInnen nicht einmal direkt als antimilitaristisch wahrgenommen, sondern für echte Bundeswehrwerbung gehalten und gerne entgegengenommen. Beim genaueren Hingucken merkten die Lesenden dann aber doch, dass die Bundeswehr in den Flyern nicht gut wegkommt, und dass AntimilitaristInnen offenbar doch „seriös“ gekleidet sein können.

Die Flyer wurden zwar entdeckt, doch die AktivistInnen blieben bis zum Schluss unerkannt.

Um dauerhaft anonym Flyer verteilen zu können, empfiehlt es sich, ab und zu den Ort zu wechseln. Ansonsten können Sicherheitspersonal und Bundeswehr beobachten, woher die Besuchenden mit Flyern kommen und euch auf die Schliche kommen.

Wie eure Flyer aussehen, müsst ihr entscheiden. Es gibt es zum Beispiel diese Möglichkeiten:
Ein ganz normaler Flyer, ein bundeswehrkritischen Flyer in „seriösem“ zu Design, oder sogar ein Flyer im Stil der Bundeswehr, um mit einem ironischen Text die Kritik an der Armee deutlich zu machen. Bei letzterer Möglichkeit solltet ihr aber deutlich machen, dass der Flyer in Wirklichkeit nicht von der Bundeswehr ist (zum Beispiel durch Abändern des Logos). Sonst könnte es eine Anzeige geben. Generell ist die Gefahr, kriminalisiert zu werden, eher gering. Es kann zwar sein, dass die Hausordnung unangemeldetes Verteilen von Flugblättern verbietet, vermutlich gibt es jedoch – wenn überhaupt – erst dann Anzeigen, wenn ihr euch Aufforderungen, das Gelände zu verlassen, widersetzt.

Wem die oben genannten Flyer auch zu langweilig sind, kann auch die PassantInnen (zum Beispiel mit einer Art Quiz oder mit einem ironischen „Eignungstest“) in Gespräche verwickeln.
Wie bei den meisten Aktionsformen bietet es sich an, eine Pressemitteilung zu verfassen.